Hundekrallen schleifen | Krallenschleifer Hund Test

Hundekrallen schleifen

Die Pfoten, ganz besonders die Krallen deines Hundes verdienen regelmäßige Aufmerksamkeit. Schließlich sind sie es, die dir und deinem Hund viele unbeschwerte, abenteuerliche Spaziergänge ermöglichen.

So wie deine Schuhe passen müssen, brauchen auch Hundekrallen bestimmte Maße. Worauf es dabei zu achten gilt und wie du die richtige “Krallengröße” für deinen Hund findest, erfährst du hier.

Hundekrallen kürzen: Selbermachen oder doch lieber zum Hundefriseur?

Es ist eine der unbeliebtesten Prozeduren für Hund, Herrchen und Frauchen; dennoch ist die Pediküre unverzichtbar, wenn dein Hund sich die Krallen nicht selbst ausreichend abnutzt. Mit ein wenig Training lernt dein treuer Begleiter, dass Krallenpflege etwas Tolles sein kann (zum Beispiel wenn du sie mit Leckereien verknüpfst).

Somit spricht auch nichts dagegen, wenn du deinem Hund in Folge die Krallen regelmäßig selbst nachschneidest oder schleifst. Wie das Ganze funktioniert, erfährst du in den nächsten Minuten. In einem Fall wie diesem könnte es sein, dass dein Hund es sogar nur dir erlaubt, seine Krallen zu schneiden, und beim Tierarzt oder Hundefriseur launisch wird.

Falls du dir dennoch zu unsicher bist, kennen Hundefriseure und Tierärzte aber eine ganze Menge Tricks, wie sie deinen Vierbeiner dazu bringen, das Krallenschneiden zu gestatten.

 

Das Werkzeug macht’s – Hundekrallen schneiden oder schleifen?

Professionelle elektrische Krallenschneider und Clipper haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Hundekrallen bestehen zwar grundsätzlich aus demselben Material wie menschliche Zehen- und Fingernägel, sind aber um ein Vielfaches kräftiger.

Schneidest du eine Kralle mit einer gewöhnlichen Nagelschere, bleibt eine ausgefranste und spröde Schnittfläche zurück; in schlimmeren Fällen reißt die verbleibende Kralle ein und dein Hund kann an textilen Stoffen wie einer Decke, einer Couch oder auch am Hundebett hängen bleiben.

Außerdem sind Nagelscheren sehr spitz – macht dein Hund eine plötzliche und unerwartete Bewegung, kann er sich an den Pfotenballen sehr schwer verletzten und ist mehrere Tage bis Wochen von starken Schmerzen geplagt.

Clipper haben hingegen bereits eine vorgeformte Klingenform, die ein Ausfransen verhindert und vor solchen Verletzungen schützt. Als Risiko bleibt hier jedoch immer noch die Gefahr, dass Krallen zu kurz geschnitten werden.

Krallenschleifer Hund Test

Eine Alternative zu den Krallenclippern, mit denen das nicht passieren kann, sind elektrische Krallenschneider oder Schleifgeräte. Wenn du die Krallen in einem Winkel von 45° an den Dremel hältst, ist das Resultat eine gerade geschliffene flache Kralle; und du kannst mehrfach zwischendurch kontrollieren, ob du noch kürzer gehen solltest oder ob es Zeit ist, aufzuhören.

Die Entscheidung darüber, ob du deinem Hund die Krallen schneiden oder schleifen solltest, hängt vor allem von der Empfindlichkeit deines Hundes ab. Einige sind an den Pfoten so kitzlig, dass sie diese feine Vibration eines Schleifgerätes nicht aushalten; dann solltest du eher einen Clipper in Betracht ziehen, um ruckartige Bewegungen und ein unangenehmes Gefühl zu vermeiden.

 

Die richtige Krallengröße: der Schuh muss passen

Zu lang gewachsene Krallen können nicht bloß Haltungsschäden und Missbildungen der Zehen verursachen, sondern wachsen in besonders dramatischen Fällen in die Pfote hinein; sie durchbohren Haut und Fleisch regelrecht.

Daher ist die regelmäßige Kontrolle wichtig. Die Krallen deines Hundes müssen in der richtigen Länge gehalten werden. Sobald du sie am Boden scheren hörst, sind sie zu lang es ist Zeit für eine ausgiebige Fußpflege.

In der Regel sollten zwischen der Kralle und dem Boden ein bis zwei Millimeter Luft gegeben sein. Je nach Hundegröße und Rasse musst du von dieser Regel aber auch mal abweichen. Es gibt Krallen, die so langsam wachsen, dass sie im gewöhnlichen Abstand von drei Wochen gerade mal ein Millimeter nachgeschnitten werden können; wenn überhaupt.

Umgekehrt ist es auch möglich, dass eine einzige Kralle an einer Pfote deines Hundes so rasch wächst, dass du wöchentlich zum Clipper oder zum Schleifgerät greifen musst. Jede Kralle ist daher individuell zu kontrollieren und zu behandeln.

Hatte dein Hund vielleicht eine Verletzung oder leidet an Vitaminmangel oder Nährstoffüberschuss? Auch das könnten Ursachen für ein über- oder unterdurchschnittliches Krallenwachstum sein.

Auf keinen Fall darf das durchblutete Nagelbett Schaden davontragen: Schneidest du zu weit, blutet dieses sehr stark. Das Problem ist, dass Nagelbetten bei hellen Krallen viel einfacher zu erkennen sind als bei dunklen Krallen.

Bei solchen sind generell Schleifgeräte empfehlenswert. Und falls die Kralle doch mal blutet, ist dies noch kein Weltuntergang: Es bedeutet zwar einen kurzen Schmerz, der Blutverlust ist aber nicht lebensgefährlich.

Unabhängig davon, ob du dich für das Hundekrallen schneiden oder schleifen entschieden hast: Ein fester Druck auf die Wunde mit einer Wundkompresse, einem Gaze-Tupfer oder einem einfachen Wattepad stillt die Blutung; ist der Schnitt nur minimal, hört die Blutung oft sogar von selbst wieder auf.

 

Dem Hund die Nägel schneiden – aber wie?

Das Schneiden der Krallen beim Hund erfordert anfangs viel Geduld und Übung. Am besten funktioniert es, wenn du deinen Hund schon im Welpenalter daran gewöhnt hast, dass seine Pfoten umsorgt werden. Mit Fußmassagen gewöhnt sich dein Hund schnell daran; und diese kannst du in den Prozess des Kürzens der Krallen mit einfließen lassen.

Hinsichtlich der Länge gilt sowohl beim Schneiden als auch beim Schleifen: Nicht zu kurz werden! Taste dich vorsichtig heran und lasse einzelne Krallen lieber einen Millimeter zu lang, anstatt ihn zu viel zu kürzen. Verwende zum Schneiden unbedingt die dafür vorgesehenen Krallenclipper mit den schräg zusammenlaufenden Klingen.

Willst du stattdessen die Hundekrallen schleifen, dann achte beim Schleifgerät auf den Winkel und setze auch hier immer wieder ab. Sobald du beim Schleifen oder Schneiden einen kleinen schwarzen Punkt an der Schnittfläche entdeckst, höre unbedingt mit dem Kürzen auf. Die Aufsätze des Dremels solltest du regelmäßig auf ihre Abnutzung überprüfen und bei Bedarf austauschen.

so hundekrallen schleifen

 

Dein Hund lässt sich nicht die Krallen schneiden?

Die Ursachen für Angst vor dem Krallenschneiden oder das sture Verweigern können aus den verschiedensten Gründen bestehen. Eine besondere Empfindlichkeit der Pfoten ist sehr häufig zu beobachten.

Ebenso sind manche Hunde – vor allem wenn sie aus einer Pflegestelle oder einem Tierheim kommen – derartige Behandlungen nicht gewöhnt. Wenn ein Hund nie gelernt hat, Berührungen an der Pfote zu akzeptieren, ist die Arbeit sowohl mit dem elektrischen Krallenschneider als auch einem Clipper eine Tortur.

Hund die Krallen schneiden

Um die Hundekrallen schleifen oder schneiden zu können, darf dein Hund die Berührung an Pfoten, Ballen und Krallen nicht als etwas Unangenehmes, Schlechtes oder Lästiges empfinden.

Diesen Status kannst du auf spielerische Weise erreichen, indem du deinen Hund belohnst, wenn er die Berührung erlaubt. Spiele mit ihm, gib ihm Leckereien; oder was immer er sonst gerade begehrt.

Damit dein Hund diese Pfotenpflege auch von anderen akzeptiert, etwa von Hundesittern, macht es Sinn, auch Nachbarn und Familienmitglieder in dieses Training einzubinden.

Damit eine Eingewöhnungsphase erfolgen kann, solltest du mögliche Chancen nutzen und verschiedene Krallenschleifer für Hunde testen. Beginne mit niedriger Vibrationsintensität und steigere diese nur, wenn die Krallen deines Hundes sich verfestigen.

Welpen haben beispielsweise eher weiche Krallen und benötigen keine zu starken Geräte. Bei großen Hunderassen sind sie oft sehr fest. Elektrische Krallenschleifer kosten keine Unmengen – wenn du sie also nicht ausleihen oder beim Tierarzt ausprobieren kannst, hilft ein kostengünstiger Krallenschleifer zu Hause, selbst wenn du ihn nur ein bis zwei Jahre verwendest.

Empfehlung:

elektrischer krallenschneider

Dein Hund lässt sich nicht die Krallen schneiden, trotz aller Bemühungen?

Dann versuche es mit diesen sechs Schritten:

  1. Übe zunächst das problemlose Berühren der Pfoten deines Hundes und belohne ihn, wann immer er dich sie berühren lässt, ohne sie dir zu entziehen.
  2. Ist das Berühren kein Problem mehr, beginne mit dem Ausüben von leichtem und später fester werdendem Druck auf Pfote, Ballen und Zehen. Auch hier gilt es, ausgiebig zu belohnen.
  3. Als dritten Level beginnst du mit dem Spielen mit einzelnen Zehen. Ziel ist, dass dein Hund auch über längere Zeit hinweg mit der Berührung und dem Druck an einer einzelnen Zehe klarkommt. Die Belohnung sollte hier erst nach Abschluss der erfolgreichen Übung “Berühren-Druck-Zehenspiel” erfolgen.
  4. Wenn auch das nun klappt, mache ihm das Geräusch des Clippers vertraut; wenn du einen elektrischen Krallenschneider verwendest, halte das Gerät zunächst einfach so an die Zehe, ohne zu kürzen. So lernt er die Vibration und das Kitzeln kennen.
  5. Beginne nun mit dem Schneiden oder Schleifen einzelner Krallen; und zwar stückchenweise. Millimeter für Millimeter. Sobald eine Kralle fertig gekürzt ist: Belohnung!
  6. Erhöhe die Bedeutung der Belohnung nach und nach und dein Hund lernt, dass die Belohnung umso besser ausfällt, je länger er sich ruhig verhält!

Bedenke jedoch, dass diese einzelnen Schritte nicht alle von heute auf morgen umsetzbar sind und gibt deinem Hund die Zeit zu lernen. Dies fördert eine vertrauensvolle Bindung und dein Hund wird dir in vielen anderen Dingen ebenfalls mehr Vertrauen schenken.

Außerdem kannst du nur durch dieses entwickelte Vertrauen deinem Hund die Krallen schneiden und Verletzungen, Stress, einem konsequenten Verweigern und Störungen des Bewegungsapparates vorbeugen.

Zusammengefasst ist das erfolgreiche Krallenschneiden das Resultat einer gesunden Bindung zwischen dir und deinem Hund und einem gelungenen Training, das auch mit anderen Personen absolviert werden sollte; so reagiert dein Hund auch beim Hundefriseur oder Tierarzt nicht mehr so empfindlich und der Prozess ist eine Frage von nur wenigen Minuten.

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